Das aktuelle Sommerwetter führt bei vielen zur Aussage „Früher war das auch schon warm“. Das ist die übliche Abwehrreaktion bei gleichzeitiger Vermischung von Wetter und Klima. Heiße Tage gab es schon immer. Doch Deutschland erlebt heute eine andere Dimension der Hitze:
Seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1881 hat sich das Land bereits um 2,5 Grad erwärmt – doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeigt: Hitzeextreme nehmen deutlich zu. Seit den 1950er Jahren hat sich die Zahl der Sommertage mit mehr als 25 Grad verdoppelt, die Zahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad sogar vervierfacht.
Quelle : Deutscher Wetterdienst 2025
Die Folgen gehen über die reine Temperatur hinaus:
Längere Trockenphasen belasten Böden, Wälder und Landwirtschaft, Flüsse führen häufiger Niedrigwasser und Städte heizen sich stärker auf. Auch die Risiken an den Küsten steigen durch den Meeresspiegelanstieg.
Die Antworten müssten sein :
Klimaschutzkonzepte in der Bebauung / verstärkter Fokus auf den sommerlichen Wärmeschutz beim Bauen und Nachrüstung von Sonnenschutzkomponenten im Gebäudebestand.
Klimafolgeanpassungen bei der Stadtentwicklung : Schaffung von Verdunstungskühle durch mehr Bäume, Durchmischung der Stadtluft durch Luftschneisen über Gewässern,
Umbau der Städte zu Schwammstadt-Konzepten. Anstatt Regenwasser wie früher direkt in die Kanalisation abzuleiten, wird die Stadt wie ein Schwamm gestaltet.
Urban-Greening, Städte heizen sich durch Stein und Asphalt tagsüber massiv auf und kühlen nachts kaum ab. Großflächige Begrünung wirkt dem entgegen. Neben klassischen Parks rücken Gebäude in den Fokus. Dachbegrünung (Gründächer) und Fassadenbegrünung verwandeln graue Betonwände in vertikale Gärten. Pflanzen beschatten Gebäude und kühlen durch Verdunstung die Luft. Bäume gelten dabei als die effektivsten Klimaanlagen, da sie Schatten spenden und die Temperatur um mehrere Grad senken können. Sie filtern zudem Feinstaub und CO₂.
Superblock – Konzept / 15 – Minuten – Stadt, dieses Konzept verändert das Mobilitäts- und Raumgefüge in bestehenden Stadtvierteln, um Emissionen zu senken und Lebensraum zurückzugewinnen. Mehrere Häuserblöcke werden zu einer Einheit (Superblock) zusammengefasst. Der Durchgangsverkehr für Autos wird komplett ausgesperrt und um den Block herumgeleitet. Das Innere des Superblocks gehört Fußgängern und Radfahrern. Dies führt zu einer drastisches Reduzierung von CO₂- und Lärmemissionen. Frei gewordene Straßen- und Parkplatzflächen werden sofort entsiegelt, mit Bäumen bepflanzt oder für Nachbarschaftsgärten genutzt. Die Stadt wird so dezentral geplant, dass alle Bewohner ihre täglichen Bedürfnisse (Arbeitsplatz, Einkaufen, Arzt, Schule, Freizeit) innerhalb von 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Das macht das Auto in den meisten Fällen überflüssig, fördert die E-Mobilität sowie den Rad- und Fußverkehr und reduziert so den CO₂-Fußabdruck einer Stadt massiv.
Die aktuelle Antwort unsere Bundesregierung ist :
„Morgen geht die Welt nicht unter“ (Friedrich Merz). Das Problem wird heruntergespielt. „Das Thema Klimaschutz rangiert schon seit langer Zeit in den Augen der Bevölkerung nicht da, wo es in der Politik gesehen wird“, sagte Merz der Wochenzeitung Zeit. Das häufige Argument, die Zeit laufe ab, in der Maßnahmen noch den nötigen Erfolg haben könnten, teile er ausdrücklich nicht. „Es ist eben gerade nicht so, dass morgen die Welt untergeht. Wenn wir in den nächsten zehn Jahren die Weichen richtig stellen, sind wir auf einem guten Weg“, ergänzte er.
Also vielen Dank für mal wieder NICHTS.
Kann es daran liegen, das das Klima keine Parteispenden leistet und keine Anschlussverwendungen für abgehalfterte, quasi ausgemerkelte Poltikdarsteller:innen zur Verfügung stellt und damit in unserer aktuellen Selbstbedienungspolitik politisch „nicht interessant“ ist ???