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Blitzschutz, Planung und Konzeption

Blitze sind seid Jahrtausenden ein atemberaubendes Naturschauspiel. Ein Blitz ist nur wenige Zentimeter dick, der Hochspannungsimpuls hat aber die Leuchtkraft von 1 Mio. – 100 W Glühlampen. Blitze enstehen in Gewitterzellen. Durch starke Aufwinde im Wolkeninneren werden posistive und negative Ladungsträger getrennt. Die elektrische Entladung sehen wir als Blitz.

Wie generell in der Planung von Gebäuden muss auch in der Blitzschutz -  Planung von Neubauten festgestellt werden, ob ein Gebäude eine Blitzschutzanlage  erhalten soll. Wohngebäude erhalten i.A. nur dann eine Blitzschutzanlage (BSA), wenn eine besondere Blitzgefährdung vorliegt. Das trifft zu für Hochhäuser, für Gebäude mit großer Grundfläche oder in exponierter Lage. Für die Planung und Ausführung einer BSA ist die DIN VDE 0185 Teil 1+2 maßgeblich. Eine BSA besteht aus äußerem und inneren Blitzschutz.

Der äußere Blitzschutz betrifft alle Anlagenteile, die direkt verhindern sollen, daß ein direkter Blitzeinschlag dirket das Haus trifft und immensen Schaden anrichten kann. Hierzu gehören Fang- und Ableiteinrichtungen sowie ergänzendes “Zubehör” wie Fangspitzen, Fangpilze, Dachdurchführungen usw.

Der innere Blitzschutz ist im Grunde genommen kein Blitzschutz mehr, sondern schützt vor den Folgeschäden eines Blitzeinschlages wie Potentialanhebung und Überspannung. Der innere Blitzschutz wird deshalb auch als Überspannungsschutz bezeichnet. Er verhindert, daß der Blitzstrom aus der umgebenden Erde in Stromleitungen einkoppelt und schützt vor Überspannungen durch Schalthandlungen oder Blitzeinschläge in Hochspannungsleitungen.

Ein komplettes Blitzschutzkonzept aufgrund des klassischen “Äußeren und inneren Blitzschutzes” gemäß DIN VDE 0185 Teil 1+2 entspricht aber nicht mehr dem neuesten Stand der Technik.

Als geschlossene Methode des Blitzschutzes wurde das EMV – orientierte Blitz-Schutzzonen-Konzept entwickelt. Es unterteilt das zu schützende Volumen in unterschiedliche Schutzzonen. Diese Schutzzonen werden durch das Schirmen des Gebäudes, der Räume und der Geräte unter Ausnutzung vorhandener Komponenten wie Fassaden, Armierungen und Metallgehäuse gebildet.

Die neue Norm VDE 0185 Teil 103 empfhiehlt hierfür das Blitz-Schutzzonen-Konzept.

Durch die Einteilung in verschiedene Schutzzonen kann auch bei umfangreichen energietechnischen Anlagen ein entsprechender Schutz realisiert werden.

Abbildungen : Schutzzonen Blitzschutz / Blitzzonen

Von der Feldseite (Schutzzone 0A) aus, in der direkte Blitzeinschläge und ungedämpfte elektromagnetische Felder des Blitzes (LEMP) auftreten, folgen die Schutzzonen mit abnehmender Gefährdung hinsichtlich leitungsgebundener Störungen und LEMP-Einwirkungen.

Die Blitzschutz-Zonen (BSZ) werden wie folgt definiert:

  • BSZ 0A: Direkte Blitzeinschläge und hohe elektromagnetische Felder
  • BSZ 0B: Keine direkten Blitzeinschläge, jedoch hohe elektromagnetische Felder
  • BSZ 1: Geschützte Elektroinstallation, abgeschwächtes elektromagnetisches Feld (typisch 30 dB)
  • BSZ 2: Zentral geschützte Endgeräte, stark geschwächtes elektromagnetisches Feld
  • BSZ 3: Geschützter Bereich innerhalb eines Endgerätes

  Entsprechend müssen diese verschiedenen Zonen mit unterschiedlich gearteten Schutzgeräten gesichert werden.

  • BSZ-Übergang 0A auf 1: Blitzstrom-Ableiter (Klasse B)
  • BSZ-Übergang 0B auf 1 sowie 1 auf 2B: Überspannungs-Ableiter  (Klasse C)

BSZ-Übergang 1 auf 2 und höher: Überspannungs-Ableiter (Klasse D)

Geschützt nach diesem Konzept können elektronische Einrichtungen auch bei direkten Blitzeinschlägen oder Naheinschlägen störungsfrei weiterarbeiten.

Die Blitzstrom-Ableiter (Klasse B) werden in Hauptverteilungen installiert. Sie schützen die nachfolgende Niederspannungsverbrauchsanlagen vor Überspannungen (auch abei ddirekten Blitzeinschlägen).

Die Überspannungs-Ableiter (Klasse C) werden in den Unterverteilungen installiert. Sie schützen vor Überspannungen durch ferne Blitzeinschläge und Spannungsspitzen aus dem elektrischen Verteilnetz. Wenn die Leitungslänge zwischen Blitzstrom-Ableiter und Überspannungs-Ableiter (Standort Hauptverteilung – Unterverteilung) kleiner als 15 m ist, so ist eine Entkopplungsdrossel notwenig.

Die Überspannungs-Ableiter (Klasse D) werden am Endgerät eingesetzt.

Die Schutzgeräte werden von ihrem Schutzvermögen immer feiner. Um einen wirklich kompletten Schutz zu erreichen, sollten bei der Planung einer Blitzschutzanlage alle Komponenten berücksichtigt werden. Nur der Endgeräte-Schutz (Klasse D) beispielsweise kann weder gegen Überspannung duch indirekten Blitzeinschlag noch gegen direkten Blitzeinschlag bzw. dessen Folgen schützen.


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